I love Copy & Paste

Ich bin faul – Stinkestinkefaul.
Ich bin so faul, dass ich lieber dreimal die Copy&Paste Funktion benutze um Wörter oder Namen, die schon längst einmal getippt wurden, in meinen Text einzubauen, anstatt sie eben kurz selber einzutippen. Dabei brauche ich regelmässig die droppelt bis dreifache Zeit, als wenn ich selber die Tasten niederpressen würde. Aber das ist für mich kein Problem. Faulheit lebt nicht von Schnelligkeit, sondern es geht um Aufwandsbegrenzung, in diesem spezifischen Fall um die Minimierung von Tastenanschlägen. Damit ist richtige Faulheit ein Sonderfall von Effizienz und es bedarf geradezu einer stoischen Ruhe und Kunstfertigkeit um so richtig Faul zu sein.
Leider wollen Programmierer¹ nicht einsehen, dass jemand mit weniger Krafteinwirkung auf dem Keyboard zum gleichen Ergebnis kommt. Da ja auch oft der Begriff Hacker² bemüht wird um diese tristen Geschöpfe des stillen Hasses zu beschreiben, sollte ja jedem klar sein, dass der Akt des Tastendrückens eine Art Gottesbekenntnis für diese Menschen darstellt.
Deswegen hat sich eines Tages die hinterhältige Idee durchgesetzt mit dem Text zusammen auch Formatierung mitzukopieren, nicht zwingend die Formatierung die im Ursprungsdokument auch vorhanden war – Nein, irgendeine Formatierung reicht vollkommen aus, Hauptsache der Text passt nicht richtig dahin, wo man ihn gerne hätte. Um die Bösartigkeit perfekt zu machen, gibt es dann Funktionen, wie „ohne Formatierung einfügen“ oder „Einsetzen und Stil anpassen“, die natürlich zusätzlich zum klassischen CMD(CTRL)+V noch mindestens das drücken der shift und der alt Tasten erfordern. Und dann sind da die Hyperlinks, die gnadenlos überall mithin kopiert werden, wo man sie nicht haben will! Hat man die Seuche erstmal im Text darf man nicht mehr auf die entsprechenden Wörter klicken, oder der Browser wird unweigerlich geöffnet. Das Bearbeiten oder gar das Löschen der Hyperlinks ist auch grundsätzlich nicht auf normal denkendem Wege zu erreichen. Wer sich dennoch auf die Suche nach der „Hyperlink-Entfernen“ Funktion macht, wird feststellen, dass in Untermenüs wie z.B. Bearbeiten>Hyperlinks auf keinen Fall die ersehnte Löschen-Funktion zu erwarten ist. Wer gar erwartet hat, dass man mit einem rechtsklick auf den verdammten Link zum Ziel kommt, sollte einen Realitätscheck wagen.
Ich habe die Funktion nicht gefunden, stattdessen kopiere ich den Text, vor dem Einfügen ins Textprogramm, zuerst kurz in die Adresszeile meines Browsers, das ist seltsamerweise einer der wenigen Orte in dem die Formatierung des Hyperlinks nicht erkannt wird.

¹Kleine Gartenzwerge aus der Hölle, die, nach einer Umschulung zum Fachidiotsinformatiker, in grauen unbelüfteten EDV Kellerräumen sitzen und anderen Menschen durch die Kraft der 0en und 1en das Leben verkomplizieren.

²Ich glaube, dass der Begriff Hacker etwas mit sexuellem Fetisch zu tun haben muss. Vergleichbar mit den Mönchen, die sich schön mit der Neunschwänzigen mehrmals täglich quer über den Rücken zwirbeln. Nur statt Striemen auf dem Rücken gibt es blutige Fingerkuppen.

Advertisements